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So schwierig wie alle Prognosen ist es auch, die Antwort auf die
Frage zu finden, wohin eigentlich die Entwicklung des Motorradmotors
(und des Motorrads) in den nächsten Jahren gehen wird. Eines freilich
ist sicher, sie wird von einer Fülle von Faktoren beeinflußt
werden, von der Energiesituation, von Bedingungen des
Umweltschutzes von fiskalischen und monopolwirtschaftlichen Eingriffen, von der allgemein-technischen, der materialmäßigen und technologischen Entwicklung - und nicht zuletzt
von den Wünschen und der Kaufbereitschaft derer, die die Motorräder auch der nächsten zehn
Jahre kaufen sollen.
Allein diese stichwortartige (und bei weitem nicht erschöpfende) Aufzählung läßt erahnen, wie unendlich schwierig die Aufgabe derer ist, die in
der Motorradindustrie weltweit die Modellentwicklung auf Jahre vorausplanen sollen.
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Welche Bedeutung wird der Zweitakter künftig haben, zu welcher neuen Bedeutung wird der Viertakter
kommen? Welche Zylinderwahl, welche Motorcharakteristik, welche Art von Kraftstoffaufbereitung (Einspritzung oder Vergaser), welche Art von Zündung, welche Schalldämpfungsvorkehrungen und -einrichtungen werden den Käuferwünschen
und den behördlichen Auflagen am besten gerecht werden?
Luft- oder Flüssigkeitskühlung? Hub- oder
Kreiskolbenmotor? Bedienungsabhängige oder automatische Kraftübertragung?
Und wie erst werden die Fahrwerke, wird der Rahmen, werden Radaufhängung, Federung, Dämpfung, werden Räder, Bremsen und Bereifung sich präsentieren, die mit den modifizierten Triebwerken harmonieren und mit ihnen gemeinsam Komfort, Sicherheit und Betriebswirtschaftlichkeit verbürgen
sollen? Fragen über Fragen - Diskussionsstoff für Stunden und Stunden (und risikoträchtige Entscheidungen für die, die es angeht). Und bei all dem natürlich
auch immer wieder die Frage: welchen Anteil wird denn unsere eigene Motorradindustrie an den Entwicklungen der Zukunft haben? Wird es ihr doch noch gelingen, die Lücke zu schließen, die die deutsche Modellpalette seit Jahren aufweist? Werden wir eines Tages doch noch ein oder gar mehrere deutsche Straßenmodelle der "Mittelklasse" beschert
bekommen?
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So wenig wir die Existenz der 250er von Maico gering schätzen wollen, so wenig darf man annehmen, daß man sich nicht in anderen deutschen Motorradwerken mit dem Problem herumplagt wie es wohl möglich zu machen sei, trotz der etablierten japanischen Konkurrenz, trotz zweifellos zu hoher Gestehungskosten in unserem Lande, trotz zu geringer Stückzahlen, die man im In- und Ausland absetzen zu können glaubt, mindestens ein Modell auf die Räder zu stellen, dessen Entwicklung und Serienanlauf eine verantwortungsbewußte Firmenleitung riskieren könnte.
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Aber vielleicht geht man hier auch von falschen Überlegungen aus? Wer sagt
denn, daß eine Mittelklasse- maschine, die in Konkurrenz zu den japanischen Modellen lukrativ abzusetzen sein soll, unbedingt ein Zweizylinder, zwei- oder viertaktend, sein muß - nur weil die Japaner noch auf der "sportlichen Welle" der ersten siebziger Jahre schwimmen und den Kunden plausibel zu machen verstehen, daß gezähmte, aber dadurch nicht unbedingt kultivierter gewordene Rennmotoren die richtigen Triebwerke für die Straßenmaschine auch der nächsten Jahre seien? Warum eigentlich stehen alle hier in Frage kommenden Motorradhersteller des deutschen Raums auf dem Standpunkt, man brauche zwar Einzylindermotoren für
die Sportmodelle - aber eben weil man die brauche bzw. verkaufe und deshalb bauen müsse und weil die Straßenmaschine zweizylindrig sein müsse, könne man das zusätzliche Straßenmodell nicht ernstlich in Erwägung ziehen?
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Um Maico nochmals zu erwähnen, gewiß liegen, größenbedingt, bei diesem Unternehmen andere, in manchem günstigere Voraussetzungen vor als bei der größeren Konkurrenz. Aber dennoch ist die 250er Maico nicht die Realisierung dessen, was eben angedeutet wurde. Sie ist nämlich der (geglückte) Versuch, auch einen Einzylindrigen,
Supersportler-Motor so für Straßenbetrieb hinzutrimmen, daß man ihn als echte Konkurrenz japanischen sportlichen Zweizylindern gegenüberstellen kann. Das, worum es bei unserer Betrachtung geht, ist etwas
anderes, warum soll es nicht möglich sein, für die zweifellos künftig hochattraktive Mittelklasse ein Motorradmodell mit einzylindrigem Zwei- oder Viertaktmotor zu bauen, das alle Käuferforderungen hinsichtlich Leistung, Charakteristik, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit nicht schlechter erfüllt als ein Zweizylinder? Warum soll es nicht möglich sein, ein deutsches Einzylinder Straßenmodell ala MZ, aber mit den unserer lndustrie zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und mit einem Styling, wie wir es mögen, zu bauen? Muß es wirklich ein Zweizylinder sein?
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